Wie wir ein neues Leben beginnen…

Silvia ist noch nicht mal 30. Und trotzdem schon völlig fertig. Mit der Welt, mit ihrem Leben. Es ist zu viel passiert. Sie war die letzten Jahre immer fremdbestimmt und hat sich selbst völlig verlassen, um für alle andere da zu sein und allen anderen zu gefallen. Dem Partner, den Kindern, den Eltern. Das Gefühl für sich selbst hat sie dabei verloren.

Nun, solche Lebensphasen gibt es. Bei uns allen. Bei manchen sind sie heftiger. Bei manchen dafür langwieriger. Manche sind körperlich anstrengend, manche psychisch. Was kann Silvia tun?

Aufgeben ist keine Option! Es ist Zeit, an sich zu arbeiten. Sein Leben sortieren. Ein Gefühl für sich selbst zu bekommen. Was macht mir Freude? Wo ist noch Schmerz? Das Aufarbeiten hilft. Positive Lebensenergie gewinnen. Es gibt IMMER einen Weg. Doch zuerst kommt eine dunkle Phase, die uns aufrüttelt – „so kann’s nicht mehr weiter gehen!“

Ein Wachstumsprozess kann extrem fordernd sein. Du gehst von einem Punkt aus, an dem du das Wichtigste in deinem Leben verloren hast – dich selbst. Ohne dich gibt es kein DU. Die Verbindung zu sich selbst zu verlieren ist wie sterben. Man verliert alles. Vor allem Lebenssinn und Freude. Es kommt die Angst, das Gefühl, dass es einfach nicht mehr weiter geht. Das ist: Laufen gegen eine Wand mit Hilflosigkeit, Ausweglosigkeit und völligem Verlust von allem, was dich am Leben halten sollte.

Es bringt dich an den Punkt, alles zu hinterfragen. Und dann endlich hinzuschauen. Das verändert alles. Es ist hart. Man bereut vieles. Man kann nicht glauben, wie man gelebt hat. Man versteht sich selbst nicht und lernt sich dann zu verstehen. Man geht durch das Dunkelste seiner selbst, um am Ende eine neue Freiheit, eine unbeschreibliche Leichtigkeit und Lebenskraft zu gewinnen. Es ist harte Arbeit. Es verlangt alles von dir ab. Und es geht unmöglich von Heute auf Morgen. Man braucht so viel Geduld.

Aber am Ende des Tunnels ist Licht, es ist unbeschreiblich, was man gewinnt. Den Kontakt, eine tiefe, klare Beziehung zu sich selbst, über die man Herausforderungen annehmen, Gefühle durchleben, das Leben mit Stärke und Schwäche nehmen kann. Mit viel Verständnis für sich selbst kommt man zum Glauben an sich selbst – zur Selbstliebe – die unabkömmlich für jedes Menschenherz ist.

Wir lernen uns kennen. Wir akzeptieren, was passiert ist. Wir sagen uns selbst, unserem inneren Kind, wie großartig wir das gemeistert haben. Und das stärkt uns. Das Leben ist doch manchmal so hart. Und so fordernd. Es verlangt uns alles ab und solange wir uns im Außen nach Lob, Anerkennung Verständnis sehnen, sind wir zerrissene Menschen. Wen wir uns selbst dieses Lob, diese Anerkennung, dieses Verständnis geben – unserem inneren Kind – kommen wir in Kontakt mit uns selbst, mit dem Tiefsten unserer Seele und können uns selbst von Erwartungen, Anforderungen, Verstrickungen, negativen Gefühlen befreien. Es führt zu einer einfühlsamen, dankbaren Liebe, einer Selbstliebe, die man nicht protzig vor anderen zeigen muss. Die mehr im Inneren passiert.

Es war ein Kampf, den man nun aufgibt und trotzdem gewinnt. Es ist wie ein neues Leben. Man ist voller Dankbarkeit. Es wird alles hinterfragt und nur das Gute behalten. Das Schlechte, das kommt, wird angenommen, aber ohne Identifikation mit seinem Selbst. Das Leben wird immer Herausforderung sein. Doch es gibt so viele Perspektiven. Mit Verbindung zu sich selbst. Mit neuer Freude und Leichtigkeit. Wer weiß, was da noch alles möglich ist.

Darum kann ich jeden nur motivieren, sich selbst seinen Themen zu stellen.

Wie?

1) Aufräumen.
Nicht nur das Haus und den Bürotisch. Sein Inneres. Was stresst dich? Was freut dich? Wo bist du selbst im Chaos? Was überfordert dich? Gewinne Klarheit über DEIN Leben. Und fange an „aufzuräumen“, das heißt, das wegzulassen, was dir nicht gut tut, das zu verstärken, was dich freut. Das Haus ausmisten kann dabei auch helfen.

2) Hinsehen.
Wie geht es dir in deinem Leben? Wie fühlt es sich an, DU zu sein? Traurig? Hilflos? Voll Freude oder Unsicherheit? Welche Gefühle hast du, wenn du an bestimmte Menschen denkst? In welcher Lebensphase steckst du gerade? Welche Gefühle kommen auf beim Gedanken an bestimmte Situationen? Lässt du sie zu? Oder sind sie tief versteckt und bleiben in den Untergründen deiner Selbst vergraben?

3) Ehrlich, selbstbestimmt und selbstverantwortlich sein.
Ehrlich mit sich selbst. Und authentisch. Und sich von niemandem etwas einreden zu lassen. Selbstbestimmt und selbstverantwortlich sein. Das heißt, ich bin für mich selbst verantwortlich und ich sorge gut für mich. Ich lasse nicht zu, dass ich mich überfordere oder mir von anderen vorschreiben lasse, was zu tun ist.

4) Dankbar sein.
Das Leben ist eine großartige Reise. Mit Höhen und Tiefen. Mit Begleitern und Erfahrungen. Vertraue darauf, dass vieles geführt ist. Dass du selbst diesen Erfahrungen gewachsen bist. Sei dankbar für dieses großartige Leben, das du hast. Dankbarkeit kannst du in ganz vielen kleinen, alltäglichen Dingen finden und sie führt dazu, dass du Freude entwickelst. Und so kommst du in eine positive Denkspirale, die großes Potential für deine Zukunft freilegt.

Übernehmen wir Verantwortung in Wachstumsprozessen und starken Lebensphasen. In anstrengenden. Gestehen wir uns diese Anstrengung ein. Wir wissen eigentlich alle selbst, was am Besten für uns ist. Wenn wir aufhören zu glauben, für andere funktionieren zu müssen. Wenn wir an uns selbst glauben. Auf unser Herz hören. Und uns trauen, unseren eigenen Weg zu finden und zu gehen. Genau dann beginnen wir ein neues Leben.

In diesem Sinne eine schöne Woche und alles Liebe,
Andrea

woman-1245817_1920.jpg

Ein Kommentar Gib deinen ab

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s