Vom Außen ins Innere

Kennst du das: du bist an dem Punkt angekommen, wo es läuft im Leben… Du hast etwas erreicht – ein Ziel, beruflichen Erfolg, ein tolles Auto, ein Haus – du bist wer, du kannst was! Ach wie wundervoll, so jemand zu sein. Die Leute sehen zu dir auf. Sie sehen deinen Erfolg. Dort und da hast du dir sogar schon Neid verdient. Aber du kannst es dir leisten. Dein Leben fühlt sich gut an.

Puff – und schon ist sie zerplatzt die Blase unseres Höhenrauschs und wir finden uns am Boden des Lebens wieder. Warum? Wolke 7 war doch toll und real, oder? Du glaubst alles zu haben und trotzdem fühlt sich was nicht gut an? Du bist nicht in deiner inneren Mitte. Aber der Kopf sagt: du musst doch zufrieden und glücklich sein! Was ist nur mit dir los? Ein innerer Kampf.

Dieses Gefühl hatte ich schon oft im Leben. Man versucht sich selbst einzureden, dass doch alles super sein muss. Doch es fühlt sich anders an. Wir sind auf der Suche. Und eigentlich ist es so: Auch wenn man glaubt, alles zu wissen, alles zu haben, jemand zu sein kann das Leben dich schütteln, sodass alles in Zweifel zerfällt und der Schmerz, den dein Herz trägt unüberwindbar scheint. Und dann stellt sich die Frage: Können wir es uns in unserer Position überhaupt erlauben schwach zu sein oder nicht nach den Vorstellungen der anderen zu leben? Es kommen Zweifel. Und Sorgen. Und Angst, nicht akzeptiert zu werden. Gibt es diese Zeit der Vollkommenheit, der Liebe und Freude, in der aller Schmerz und alle Verzweiflung überwunden sind? In der wir das, was wir sind, leben und das was wir haben dankbar schätzen können, ohne überheblich, arrogant und zu materiell zu sein, ohne davon abhängig sein zu müssen oder vor den anderen damit prahlen zu müssen.

Ziehen wir uns in unser Innerstes zurück. Es gibt eine Mitte in uns, die wir finden können. Lassen wir da sein, was immer auch ist. Jeden Zweifel, jede Schwäche, jeden Schmerz, jede Träne. Alles hat seine Berechtigung, weil das bist DU. Das macht uns zu Menschen. Alles ist Teil von dir. Unsere Freude, unser innerstes Strahlen wird überlagert von Schatten aus der Vergangenheit oder unseren falsch gelebten Vorstellungen, die sich auflösen dürfen, wenn wir bereit sind, hinzusehen und sie anzunehmen. Diese Annahme allein wird uns schon heilen. Dein Innerstes wird freudestrahlend nach außen kommen.

Wenn ich sage, „lass deine Schwäche zu“, meine ich nicht damit, dass du dich in deinem Leid ertränken sollst, dass du arm bist und nur faul rumsitzen und schwach sein sollst, dass wir dich alle bemitleiden, weil du sowieso nur ein Opfer der bösen, kalten Welt bist. Nein, beim Zulassen der eigenen „Schwächen“ (v.a. Gefühle) geht es um ein inneres Gefühl der Achtsamkeit und Aufmerksamkeit sich selbst gegenüber. Wir sind keine Wunderwutzis, die immer gut drauf sind. Manchmal sind wir eben traurig. Oder unrund. Manchmal ist uns was zu viel. Und wir haben das Gefühl auf dem Holzweg zu sein. Die Akzeptanz dieser Gefühle, die vermeintlich „Schwäche“ zeigen, führt uns zu unseren inneren Themen und damit zu einem Weg, über den wir – durch das Zulassen der Schwäche – in unsere Stärke und Mitte kommen.

Das Leben ist nicht immer leicht. Und auch nicht immer schön. Wir brauchen uns auch nicht einzureden, dass alles immer schön sein muss. Und dass wir immer stark sein müssen. Ich kenne diesen Boden der Realität. So wie viele von euch da draußen. Das, was uns heilt, ist das Annehmen von dem, was gerade ist. Und das annehmen von uns selbst. Mit allem – mit Einsamkeit, Traurigkeit, Angst, Wut, Verzweiflung, genauso wie Unsicherheit, Überforderung. Wenn wir das alles, was in uns brodelt, lange ignorieren, werden wir unglücklich, hart und krank. Wenn wir es annehmen – uns annehmen – überlegen, was ist da in mir, was bewegt mich, was ärgert mich so, was verzweifelt mich, wo bin ich nicht in Frieden – dann werden wir Verbindung zu uns selbst bekommen. Und das ist der Startschuss dafür, dass wir in unserem Leben etwas verändern können. Durch Gedanken und Handlungen. Loslassen. Klären. Hinterfragen und neu ausrichten.

Viele Menschen leben im außen. Das ist keine Wertung, einfach eine Feststellung. Und solange das für jemanden persönlich passt, ist das doch wunderbar. Jeder sieht die Welt anders. Und wenn wir tiefer gehen sollen, dann kommen die Hürden des Lebens von ganz allein. In unserer inneren Vorstellung darf nach Außen oft nur Stärke dringen. Doch versucht es mal anders zu sehen: Nein, auch die „Schwäche“ hat ihre Berechtigung. Sie zeigt uns Themen auf, alte Schmerzen, versucht uns dazu zu bringen unser Leben kritisch zu hinterfragen, damit wir es in gewissen Bereichen neu gestalten können und damit in eine neue, ungeahnte Freude kommen können. Damit wir in Frieden kommen. Und in unsere Mitte. Vor und für niemandem brauchst du immer stark sein. Sei einfach du selbst. Mit allen Facetten. Lebe dich, dann wirst du strahlen. Das wünsche ich dir. Von Herzen.
Andrea

mitte1erfolg
Quelle: FB Martin Engelberg

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